Verdener Nachrichten

 

Schürfen nach Fremdstoffen

Allerpark-Spielplatz wird mit Spezialmaschine gereinigt, die Müll aus dem Kies filtert und den Untergrund lockert

Verden. Auf dem Mehrgenerationenspielplatz am Allerpark wurde an den vergangenen Tagen eifrig geschürft, allerdings nicht nach Gold, sondern nach Müll. Erstmals hatte die Stadt dafür ein Unternehmen beauftragt, das eine Spezialmaschine einsetzte. Dabei wurde nicht nur Müll herausgefiltert, auch der Untergrund wurde aufgelockert und durchlüftet. "Gerade der Kiesbelag neigt beim Spielen zum Verdichten", erklärt Lars Becherer vom Fachbereich Straßen und Stadtgrün.

Die Reinigung mit Hilfe der Spezialmaschine ist für die Stadt ein Testlauf. "Wir wollen sehen, welche Fremdstoffe wir dadurch herausholen können", erläutert August Juling, der für die Unterhaltung der Verdener Spielplätze zuständig ist, den Hintergrund. Neben dem Spielplatz werden auch die Beach-Volleyballfelder im Bürgerpark und an der Halsestraße in dieser Woche mit dem Gerät gereinigt. "Alle diese Anlagen sind rund zwei Jahre alt", sagt Becherer. Insofern sei bereits eine gewisse Verunreinigung zu erwarten.

Bei der Reinigung schiebt "Maschinist" Jan Klama das Gerät im Schritttempo über die Kiesfläche. Deutlich brummend und rasselnd, wenn der Kies ausgeworfen wird, geht das Gerät seiner Arbeit nach. Als Schutz vor dem Krach trägt Klama Ohrenschützer. Sein Kollege Willi Spickers ist derweil mit Schaufel und Harke im Einsatz, um den Kies aus Engstellen weiter nach vorne zu holen. "Die Maschine hat eine gewisse Breite und kommt nicht überall hin", sagt August Juling. Bei der Reinigung wird der Kies aus einer Tiefe von bis zu 40 Zentimetern von kleinen Schaufeln angehoben und auf einen Rost geworfen. "Der Kies fällt durch den Rost wieder zu Boden, die Fremdstoffe bleiben auf dem Rost liegen und können abgesammelt werden", beschreibt Becherer das Prinzip. Durch die Durchlüftung des Bodens könne Sauerstoff besser eindringen. Das trage zur Zersetzung von organischem Material wie Laub bei.

Zwar werde der Spielplatz auch regelmäßig vom städtischen Betriebshof gereinigt - in der Hochsaison im Sommer sogar täglich - die Lockerung des Bodens funktioniere aber mit der Spezialmaschine deutlich besser. Und auch einen großen Haufen Fremdstoffe und Müll hat die Aktion aus dem Untergrund entfernt. Neben größeren Steinen, Laub und Unkraut ist das vor allem Plastik, Alu, Draht und eine Menge Zigarettenkippen.

Vor allem Letzteres stößt Lars Becherer sauer auf, denn Kippen seien für kleine Kinder gefährlich. "Wenn die Tabakreste in den Mund nehmen, ist das giftig und kann gefährlich werden", kritisiert er die Raucher und appelliert an sie, ihre Kippen zu entsorgen und nicht auf dem Spielplatz liegen zu lassen. Allein deshalb sei die Säuberung des Geländes sinnvoll. Eine gründliche Reinigung der Beachvolleyballfelder sei zu dem angebracht, da im Sand meist barfuß gespielt werde. "Da ist die allgemeine Verletzungsgefahr besonders groß", sagt Juling. 

Die Kosten für die Reinigung der drei Anlagen lässt sich die Stadt etwa 5500 Euro kosten. Ob die Aktion im jährlichen Turnus wiederholt wird, ist nach Angaben der Stadt noch nicht entschieden. "Erst werden wir die Ergebnisse auswerten", sagt August Juling.